Weniger Kredite für Existenzgründer

28. Mai 2012 von JK

Die Erhöhung der Eigenkapitalquote vieler Großbanken (Basel III) soll durch die Reduzierung von Kreditrisiken bewerkstelligt werden. Leidtragende dabei sind Existenzgründer mit einem Kapitalbedarf zwischen 10.000 und 30.000 Euro.

Gründerfinanzierung

Viele Existenzgründer sind zu Beginn ihrer Selbstständigkeit auf externes Kapital in Form von Krediten angewiesen. Nach wie vor ist der Kredit von der Hausbank die beliebteste Finanzierungsform vieler Existenzgründer in Deutschland. Doch vor dem Hintergrund der Erhöhung der Eigenkapitalanforderungen vieler Großbanken (Basel III), könnte sich diese Finanzierungsform zukünftig schwieriger gestalten. Die Banken sind dazu verpflichtet, in den kommenden Jahren größere Kapitalpuffer vorzuhalten. Die Kernkapitalquote soll von zwei auf sieben Prozent erhöht werden. Dazu zählen u.a. Aktien und Rücklagen. Großbanken, die als systemrelevant eingestuft werden, sollen sogar 2,5 Prozent extra als Kapitalpuffer zur Seite legen. Zu diesen Banken zählen in Deutschland u.a. die Commerzbank und die Deutsche Bank.

Der Aufbau des Kapitalpuffers soll vor allem durch die Reduzierung von Kreditrisiken erreicht werden. Dazu gehören auch Kredite an Existenzgründer und Selbstständige. Zwar wollen nach Aussagen des Bankenverbands (BdB) die Banken auch weiterhin Unternehmensgründungen begleiten, doch riskante Gründungsfinanzierungen dürften vor dem Hintergrund der neuen Kapitalregel schwieriger werden. Das heißt aber auch, dass Gründer und Selbstständige mit einer schwächeren Bonität kaum noch Kredite bekommen. Vor allem bei Krediten zwischen 10.000 und 30.000 Euro haben sich die Finanzierungsbedingungen in den letzten Jahren deutlich verschärft

Existenzgründer mit einem Kapitalbedarf von bis zu 10.000 Euro können sich relativ gut über Mikrokredite finanzieren. Für Unternehmer, die einen Kredit bis zu 30.000 Euro benötigen wird es schon schwieriger: Für Mikrokreditgeber sind Beträge über 10.000 Euro in der Regel zu hoch und für Banken lohnt sich Engagement in dieser Höhe kaum.

Eine Alternative – neben Mikrokrediten – sind Bürgschaften. Durch eine Ausfallbürgschaft, beispielsweise der Bürgschaftsbank Hessen (BB H), kann das Kreditrisiko für Banken deutlich gemindert werden. Eine weitere Möglichkeit sind Gründerkredite staatlicher Förderbanken. Diese Darlehen sind bis zu zehn Jahre Zinsgebunden und können auch mit anderen Programmen kombiniert werden.

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