Auf der Suche nach Startkapital

5. September 2011 von JK

Existenzgründer und junge Unternehmen berichten häufig von Schwierigkeiten bei der Suche nach Startkapital für ihre Geschäftsidee. Wenn Familie, Verwandte oder Freunde als Kapitalgeber nicht mehr ausreichen, bieten sich auch der Staat oder sogenannte Business Angels als Kapitalgeber an.

Startkapital gesucht

Der Gründungsmonitor der KfW belegt, dass zwei Drittel aller Existenzgründer Startkapital benötigen, um am Anfang Miete, Marketing, Produktionsmittel oder Mitarbeitergehälter zahlen zu können. Dabei beläuft sich das benötige Startkapital bei der Hälfte der Existenzgründer auf über 5.000 Euro, bei einem Viertel sogar auf über 25.000 Euro.

In der Regel haben die wenigsten Existenzgründer so viel Erspartes, um auf einen Bankkredit verzichten zu können. Daher greifen die meisten auf Förderdarlehen wie das Startgeld der staatlichen KfW zurück. Dadurch erhalten Existenzgründer einen Kredit von bis zu 100.000 Euro. Zwei Jahre ist ein solches Förderdarlehen tilgungsfrei. Aber auch die Förderbanken der Bundesländer halten verschiedene Angebote für Existenzgründer und Jungunternehmer bereit.

Und trotzdem berichtet jeder fünfte Gründer von Finanzierungsschwierigkeiten, weil entweder ein Kredit nicht in der gewünschten Höhe angeboten werden kann (Mikrokredit) oder weil die Konditionen einfach zu schlecht sind. Aus diesem Grund sind Familie, Verwandte und Freunde nach wie vor ein wichtiges Standbein bei der Anschubfinanzierung von Existenzgründungen.

Wichtiger Kapitalgeber: Der Staat

Der Staat ist und bleibt hierzulande der wichtigste Kapitalgeber für Existenzgründer und Jungunternehmer. Nach einer Analyse des Global Entrepreneurship Monitors (GEM) gibt es kaum ein anderes Land, in dem der Staat so viele und effektive Angebote zur Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit offeriert wie in Deutschland. In Deutschland bieten aber nicht nur öffentliche Banken günstige Darlehen für Existenzgründer an sondern auch private Fonds. Ein prominentes Beispiel dafür ist der High-Tech-Gründerfonds, der mit 272 Millionen Euro ausgestattet ist und in technologieorientierte Start-ups investiert. Im Gegenzug erhält er dafür Firmenanteilen an den von ihm unterstützten Unternehmen.

Mit dem EXIST-Gründerstipendium unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) Absolventen ein Jahr lang mit 2.000 Euro im Monat. Promovierte Gründer erhalten sogar 2.500 Euro im Monat. Studenten werden mit 800 Euro pro Monat beim Aufbau ihrer Existenz neben dem Studium unterstützt. Hinzu kommt noch eine Pauschale von 17.000 Euro für Sachausgaben. Seit 2007 wurden 1.100 EXIST-Gründerstipendien beantragt. Fast 50 Prozent erhielten eine Zusage für das Stipendium.

Der Staat fördert aber nicht nur Gründungen aus der Wissenschaft bzw. technologieorientierte Gründungen. Mit dem Gründungszuschuss, der durch die Bundesagentur für Arbeit ausgezahlt wird, erhält jeder Existenzgründer auf Antrag Unterstützung durch den Staat. Trotz der bevorstehenden Kürzungen und damit verbundenen höheren Hürden, lohnt sich der Gründungszuschuss immer noch.

Alternative: Business Angels

Eine Alternative aus der Wirtschaft sind sogenannte Business Angels. Business Angels sind Privatinvestoren, die mit Kapital und Know-how Existenzgründern und jungen Unternehmen zur Seite stehen. Im Gegenzug erhalten die Business Angels Anteil an den von ihnen geförderten Unternehmen. In Deutschland gibt es derzeit rund 5.000 solcher Business Angels. Im Durchschnitt investieren sie jährlich bis zu 300 Millionen Euro in Gründer und Jungunternehmer.

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