Mehrheit der Unternehmer in Deutschland

22. April 2013 von JK
Einzelselbstständige bilden die Mehrheit unter den Unternehmern

Einzelselbstständige bilden die Mehrheit unter den Unternehmern

Wer bildet die Mehrheit unter den deutschen Unternehmern? Diese Frage stellten sich die Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Seit etwa 30 Jahren kann man in Deutschland eine Zunahme der Selbstständigkeit beobachten. Seit der Jahrtausendwende steigt fast nur noch die Zahl der Einzelselbstständigen, während dagegen Gründungen mit angestellten Mitarbeitern stagnieren.

 

Was Forscher derzeit beobachten, ist die Folge von strukturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen in unserem Land; ein Strukturwandel hin zu einer wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft. Das heißt, erstmals sind einzelne Personen in der Lage mithilfe von modernen Kommunikationstechnologien vielfältige und komplexe Dienstleistungen anzubieten und zu realisieren, wofür man noch vor einigen Jahren mehrere Mitarbeiter brauchte. Durch Kooperationen und virtuelle Vernetzungen ist es sogar möglich, bei Bedarf betriebliche Personalstrukturen schnell und einfach auf- und wieder abzubauen.

Selbstständigkeit unter Frauen

Darüber hinaus trägt laut der Studie des IAB der technische Fortschritt zur zunehmenden Erwerbstätigkeit der Frauen im Rahmen einer Selbstständigkeit bei. Ihnen ist es dank moderner Kommunikationstechnologien möglich die nötige Flexibilität aufzubringen, um Familie und Beruf in Einklang zu bringen, zumindest aber wesentlich besser miteinander zu vereinbaren als im Rahmen einer Angestelltentätigkeit. Frauen sind daher besonders häufig allein selbstständig.

 

Förderung der Selbstständigkeit

 

Ebenfalls zum Anstieg der Einzelselbstständigen hat die intensive Förderung der Selbstständigkeit aus der Arbeitslosigkeit beigetragen. Insbesondere Arbeitsmarktinstrumente wie das Überbrückungsgeld von 1986 bis 2006, die ICH-AG von 2003 bis 2006 und auch der seit 2006 und 2012 reformierte Gründungszuschuss haben sich als sehr erfolgreich erwiesen.

Über 50 Prozent der Empfänger von Überbrückungsgeld beschäftigten oft schon im ersten Jahr der Selbstständigkeit weitere Mitarbeiter. Bei den ICH-AG-Gründern traf dies nach knapp fünf Jahren nur auf ein Viertel der Gründer zu. Allerdings konnte man mit der ICH-AG auch Personengruppen erreichen, die bisher unter den Selbstständigen unterrepräsentiert waren. Fast die Hälfte der ICH-AGs wurde von Frauen gegründet, die häufiger weniger das Ziel hatten, einen eigenen Betrieb aufzubauen, wie beispielsweise viele Männer. Für sie liegt der Grund für eine Selbstständigkeit häufiger in der oben erwähnten Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Einkommen der Selbstständigen, die durch die oben aufgeführten Arbeitsmarktinstrumente auf ihren Weg in die Selbstständigkeit unterstützt worden sind, liegen im Bereich vergleichbarer abhängig Beschäftigter. Knapp fünf Jahre nach der Gründung beträgt das Nettoeinkommen durchschnittlich bei 2.500 Euro bei Selbstständigen mit Mitarbeitern und 1.900 bei Einzelpersonen.

 

 

(Bild: Gerd Altmann Shapes, AllSilhouettes.com / pixelio.de)

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