Geschäftsführer im Neuland
„Ich habe ganz bewusst Neuland betreten. Es war die Herausforderung, mit 45 Jahren nochmal etwas zu wagen, die mich angetrieben hat.“ Thomas Klose ist gelernter Dreher und Techniker mit einem zusätzlichen Abschluss als European-Industrial-Engineer. 17 Jahre praktischer Erfahrung in zwei verschiedenen Werken mit stetig wachsenden Verantwortungsbereichen gaben ihm jede Menge Sicherheit auf den Weg. Dann, vor einem Jahr, stand sein Entschluss fest: er wollte sich selbstständig machen. Trotz aller Erfahrung brauchte er Mut für den Schritt in die Selbstständigkeit: Seit Oktober 2012 ist Klose nun Inhaber und Geschäftsführer einer Firma, deren Namen er ein Jahr zuvor noch nicht kannte, der ReLi-Formentechnik GmbH & Co. KG in Beerfelden-Marbach.
Nun wird man nicht jeden Tag Unternehmer, daher wandte sich der zweifache Vater an die IHK Darmstadt, wo er sich zunächst in mehreren Beratungsgesprächen mit dem Gründungsberater Martin Proba Klarheit über seine Möglichkeiten und Ziele verschaffte. Dann streckte er die Fühler nach zu erwerbenden Firmen aus und wurde schließlich auf der Internet-Unternehmensbörse Nexxt-Change fündig: Die Geschäftsführung der ReLi-Formentechnik GmbH & Co. KG in Beerfelden-Marbach suchte einen Nachfolger. Das Profil des Unternehmens passte gut zu den Vorstellungen von Klose und so nahm er Kontakt mit den beiden Gesellschaftern auf.
Die ReLi-Formentechnik verdankt ihren Namen keineswegs seiner religiösen Ausrichtung, sondern den Nachnamen der beiden bisherigen geschäftsführenden Gesellschaftern Erich Liebold und Harald Reeh. Das Unternehmen konstruiert und fertigt komplexe Spritz- und Druckgießwerkzeuge, vornehmlich für die Automobil- und Elektroindustrie. Es beschäftigt 30 Mitarbeiter und zwei Auszubildende. Erich Liebold, heute 56 Jahre alt, möchte in wenigen Jahren in den Ruhestand gehen.
Bis alle Vereinbarungen für eine Übernahme der Firma wasserdicht waren und die Verträge unterschrieben werden konnten, bedurfte es zahlreicher Termine, um rechtliche, steuerliche, personelle und finanzielle Fragen zu klären. Zwischen der IHK und Kloses Hausbank, die sich von Kloses Eignung zum Geschäftsführer der Reli-Formentechnik bereits überzeugt hatte, bestand schnell Einigkeit, dass Klose sich zur Finanzierung der Übernahme um Sicherheiten durch die Bürgschaftsbank Hessen bemühen sollte.
Kloses Antrag bei der BBH um Übernahme einer Ausfallbürgschaft rief den dortigen Firmenkundenbetreuer Bernd Plöcker auf den Plan, der das Unternehmen, den potentiellen zukünftigen Geschäftsführer und dessen Fähigkeiten und Pläne erneut einer sorgfältigen Prüfung unterzog. Ihn überzeugte das bald 30 Jahre alte Traditionsunternehmen mit seinen qualifizierten, erfahrenen Mitarbeitern und einem gut ausgewogenen Kundenstamm. Auch dem Antragsteller konnte er eine hohe Qualifikation und ausreichend Erfahrungen bescheinigen. Dass dieser im Bereich des Formen- und Werkzeugbaus unerfahren war, werde durch den vorläufigen Verbleib von Liebold und Reeh im Unternehmen wett gemacht.
Klose stellt der BBH ebenfalls ein gutes Zeugnis aus. “Die Gespräche waren konstruktiv und alle Zusagen wurden pünktlich eingehalten. Das war sehr angenehm!“ Nun schaut Klose optimistisch in die Zukunft: „Größer, besser, schneller ist nicht mein Ding. Aber wir wollen uns kontinuierlich weiterentwickeln und wettbewerbsfähig bleiben.“
Tags: Betriebsübernahme, Gründung, Übernahme, Werkzeugbau
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