Checkliste – Was im Businessplan nicht fehlen sollte
Der Businessplan ist ein schriftliches Dokument, das eine Geschäftsidee sowie die Maßnahmen beschreibt, mit denen die Idee erfolgreich umgesetzt werden kann. Der Businessplan bedient die Bedürfnisse unterschiedlicher Adressaten bei einer Existenzgründung. Zum einen ist er wichtig für Investoren, zum anderen verlangt auch die Agentur für Arbeit einen Businessplan, um über die Förderung mit dem Gründungszuschuss zu entscheiden. Als dritter Adressat kann der Gründer selbst gesehen werden, der mit dem Businessplan eine Art Fahrplan und Leitfaden für die ersten drei bis fünf Jahre seiner Existenzgründung hat.
Bei der Erstellung des Businessplans kann es schnell passieren, dass der man die Adressaten aus dem Auge verliert. Um dem entgegenzuwirken, sollte der Gründer bei der Erstellung des Plans immer mal wieder die Perspektive wechseln. Das heißt, er sollte ruhig auch mal die Sicht der Investoren und Kunden einnehmen und dann seinen Plan kritisch betrachten.
Damit der Businessplan bei seinen Adressaten nicht durchfällt, sollte er nicht nur den formalen Anforderungen entsprechen, sondern auch eine Reihe inhaltlicher Punkte abdecken: Neben den ordentlich ausgefüllten Deckblatt gehört in den Businessplan auch eine Darstellung der eigenen Person und des Konzepts, ein Kapitalbedarfs-, Finanzierungs- und Liquiditätsplan für die kommenden drei bis fünf Jahre sowie eine Ertragsvorschau und entsprechende Anlagen.
Motivation
Für Investoren ist die Motivation des Gründers ein wichtiger Bestandteil des Businessplans. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, die Motivation zur Gründung möglichst glaubwürdig zu formulieren. Natürlich sollte die Motivation ehrlich und authentisch sein, trotzdem kann Eigenlob (Selbstbewusstsein) keinesfalls schaden. Aber Achtung: Zuviel des Guten kann auch nach hinten losgehen. Das richtige Maß macht es also, denn den Investoren sollte aufgezeigt werden, dass der Gründer und seine Geschäftsidee eine Perspektive haben und es wert sind, unterstützt zu werden.
Konzept
Um das Geschäftskonzept im Businessplan optimal darzustellen, sollten Gründer folgende Punkte möglichst nacheinander durchgehen und beschreiben: Geschäftsidee (dazu gehören auch Vergleiche mit bereits am Markt etablierte Unternehmen sowie ggf. Hintergrundinformationen zur Idee), eine Darstellung des Marktes und der Branche sowie mögliche Entwicklungstendenzen und eine Darstellung der Vertriebs- und Marketingstrategie. Zu letzteren gehört nicht nur die klassische Werbung sondern auch die Bildung eines Unternehmensimages, welches in Zeit von Social Media und Bewertungsplattformen und allgegenwärtiger Vernetzung immer wichtiger wird.
Kapitalbedarfsplanung
Wenn das Konzept steht, geht es im folgenden Abschnitt um den Kapitaldarf, der für die Umsetzung der Idee gebraucht wird. Existenzgründer sollte hier möglichst exakt arbeiten und alle Posten auflisten, die bei der Existenzgründung Geld kosten werden. Dazu gehört auch, dass der Gründer und ggf. dessen Familie auch von etwas leben müssen und Verpflichtungen, die unabhängig von der Existenzgründung bestehen, auch weiterhin bedient werden müssen (Strom, Versicherungen, Miete etc.). Hier lohnt sich auch ein Blick in die Literatur oder ins Internet, wo sich zahlreiche Auflistungen finden lassen, die bei einer Existenzgründung berücksichtigt werden sollten.
Liquiditätsplanung
Die Finanzierung des Unternehmens am Anfang ist das eine. Auf der anderen Seite steht die Sicherung die dauerhafte Liquidität des Unternehmens. Existenzgründer müssen in ihrer Planung bedenken, dass das Unternehmen jederzeit flüssig bleiben sollte, also genügend liquides Kapital zur (Vor-)Finanzierung von Anschaffungen, Waren, Güter, Dienstleistungen und Investitionen zur Verfügung stehen. Mit dem Schreiben der Rechnung ist nämlich noch kein Geld auf das Konto des Gründers eingegangen. Kunden müssen die Rechnung erst beglichen werden, bevor man als Gründer über liquide Mittel verfügt. Im ersten Jahr sollten Gründer sogar eine monatliche Liquiditätsplanung erstellen und sich darüber hinaus Gedanken über ein Mahnwesen machen.
Ertragsvorschau
Auch eine Ertragsvorschau – auch als Rentabilitätsvorschau bezeichnet – gehört in den Businessplan und interessiert die Investoren besonders. Mit der Ertragsvorschau gewinnen Gründer und Investoren einen Überblick, ob das Unternehmen auch dauerhaft tragbar ist. Die Ertragsvorschau ist zentral für die Bewertung des Erfolgs einer Existenzgründung.
Der Businessplan ist so etwas wie ein roter Faden, an dem sich Gründer in der ersten Zeit orientieren können. Dabei ist aber der Businessplan nichts in Stein gemeißeltes, sondern lebt davon, dass er den realen Entwicklungen entsprechend ergänzt und angepasst wird. Planung bedeutet nicht, dass man darauf festgenagelt ist. Daher ist es vollkommen natürlich, dass anfängliche Ideen und Vorstellungen regelmäßig überarbeitet, verworfen oder weiterentwickelt werden.
(Bild: Sven Ohlenschläger / pixelio.de)
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