Studie zur Kürzung des Gründungszuschusses

6. April 2012 von JK

Am 28. Dezember 2011 sind die Kürzungen beim effektivsten Instrument der Bundesagentur für Arbeit gegen Arbeitslosigkeit in Kraft getreten. Der Grundzuschuss war und bleibt – trotz der Kürzungen – eine unverzichtbare Hilfe beim Start in die Selbstständigkeit.

Einigkeit

Wissenschaftler, Selbstständige, Berater und die Experten des zur Bundesagentur für Arbeit gehörenden Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind sich einig: Die radikale Kürzung des Gründungszuschuss der die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen ist ein großer Fehler. Eine aktuelle Studie des IAB hat alle Argumente, die für die Kürzung des Gründungszuschusses ins Feld geführt wurden, widerlegt (z.B. die angeblichen Mitnahmeeffekte bei der Förderung). Darüber hinaus fürchten die Autoren der Studie, dass in Zukunft nur noch wenige aussichtsreiche Gründungsvorhaben gefördert werden.

Studie

Die aktuelle Studie des IAB zeigt, dass 80 Prozent der mit dem Gründungszuschuss geförderten Existenzgründer auch eineinhalb Jahre nach der Gründung selbstständig sind. Weitere zehn Prozent haben in dieser Zeit wieder eine sozialversicherungspflichtige Arbeit aufgenommen. Das heißt, 90 Prozent der ehemals arbeitslosen, durch den Gründungszuschuss geförderten Existenzgründer konnten wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden. Besonders interessant ist, dass jeder dritte geförderte Existenzgründer schon nach kurzer Zeit selbst zum Arbeitgeber geworden ist und in Durchschnitt drei weitere Mitarbeiter beschäftigt, was insgesamt zwei Vollzeitstellen entspricht.

Rückkehr zum alten Konzept

Die Experten sind sich einig: Das Bundesarbeitsministerium sollte wieder zum alten Konzept zurückkehren. Existenzgründer sollten wieder mit Hilfe des Existenzgründungszuschusses aus der Arbeitslosigkeit herausgebracht werden.

Unterdessen sind die Zahlen der geförderten Existenzgründung massiv eingebrochen. Im Februar 2012 wurden insgesamt 1.579 Existenzgründungen mit dem Gründungszuschuss gefördert. Zum Vergleich: In 2011 waren es monatlich durchschnittlich 11.159! Im Februar 2011 waren es noch 8.945 Existenzgründung, so dass im Februar 2012 ein Rückgang von 82 Prozent zu verzeichnen ist. Der Rückgang kann derzeit noch nicht auf die restriktive Vergabepraxis beim Gründungszuschuss zurückgeführt werden, sondern ist allein bedingt durch die unter Existenzgründern herrschende Verunsicherung im Bezug auf den Gründungszuschuss.

Die aktuelle IAB-Studie können Sie im Internet nachlesen unter: http://doku.iab.de/kurzber/2012/kb0212.pdf

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