Empfängerorientierte Businesspläne (II)
Der Businessplan ist zentrales Element einer Existenzgründung. Viele Institutionen, von der Arbeitsagentur über die Krankenkasse bis hin zur Hausbank, wollen einen Businessplan haben. Daher ist es nicht vorrangiges Ziel, eine mögliche zukünftige Realität so genau wie möglich zu prognostizieren, sondern die möglichst glaubhafte Darstellung des Eintretens bestimmter Situationen.
Der Businessplan ist Dreh- und Angelpunkt bei einer Existenzgründung und dient nicht nur der Strukturierung des eigenen Vorhabens, sondern soll auch die Erwartungen derjenigen erfüllen, die ihn bewerten. Daher raten Experten für die unterschiedlichen Empfänger entsprechend empfängerorientierte Businesspläne zu schreiben. In diesem Teil geht es um die Bank als Empfänger des Businessplans.
Banken
Banken sind die wohl anspruchsvollsten und mit Abstand wichtigsten Empfänger eines Businessplans. Sie entscheiden über die Vergabe von Bankkrediten und ggf. über die Vergabe von Förderkrediten der KfW oder aber über Bürgschaften, wie die Bürgschaftsbank Hessen (BB H). Der Businessplan vermittelt ihnen einen Eindruck über den Existenzgründer und seine Geschäftsidee. Um die Bank zu überzeugen, sollte die Geschäftsidee möglichst realistisch und nachvollziehbar dargestellt werden. Das schließt auch die Prognose über die Entwicklung des Geschäfts in den kommen drei bis fünf Jahren mit ein. Auch hier gilt der Rentabilitätsvorschau die besondere Aufmerksamkeit der Berater. Sie erkennen in der Regel schnell unrealistische Angaben, Beschönigung oder unrealistische Prognosen.
Um die Bank von sich und seiner Geschäftsidee zu überzeugen, sollte der inhaltliche Aufbau des Businessplans einigen Regeln folgen, um eine möglichst klare Struktur zu vermitteln.
- Deckblatt: Das Deckblatt sollte übersichtlich gestaltet werden und alle wichtigen Informationen enthalten (Name, Anschrift, Kontaktdaten, Bezeichnung des zu finanzierenden Unternehmens und ggf. weitere oder gesonderte Ansprechpartner).
- Zusammenfassung und Ausblick: Eine Zusammenfassung der Geschäftsidee auf maximal einer Seite sowie ein Ausblick, bezogen auf die mittel- bis langfristige Perspektive, gehören an den Anfang des Business-Plans. Dabei erhält der Leser schnell einen ersten Überblick über das Vorhaben deren Erfolgsaussichten.
- Persönliche Vorstellung: Unter diesen Punkt fällt die Vorstellung des Unternehmens und des Gründers. Das heißt, in diesem Teil soll kurz und prägnant das Unternehmen beschrieben werden. Zur Beschreibung des Existenzgründers gehört eine Darstellung der bisherigen beruflichen Erfahrungen, seiner Qualifikationen und Kompetenzen, die er zur Umsetzung der Geschäftsidee einbringt.
- Geschäftsidee: Hier erfolgt eine ausführliche Darstellung der Geschäftsidee.
- Beschreibung der Produkte/Dienstleistungen: Nach der Darstellung der Geschäftsidee, beschreibt der Existenzgründer in diesem Teil nachvollziehbar und prägnant die von ihm angebotenen Produkte und/oder Dienstleistungen.
- Markt, Zielgruppe, Konkurrenz: Anschließend erfolgt eine Auseinandersetzung mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und Kenngrößen. Hier erfolgt u.a. eine Beschreibung des Marktes, in der Gründer eintreten will, sowie die Situation der Konkurrenz am Markt. Ebenfalls wichtig ist die Auseinandersetzung und klare Abgrenzung der Zielgruppe, die mit der Geschäftsidee erreicht werden soll sowie dem konkreten Nutzen für die Zielgruppe.
- Standort: An dieser Stelle wird der Unternehmenssitz kurz beschrieben.
- Marketing und Vertriebsplanung: In diesem Teil des Businessplans erfolgt eine ausführliche Darstellung des Marketingkonzepts des Gründers sowie die einzuschlagende Kommunikationsstrategie und wie der Vertrieb der Produkte und/oder Dienstleistungen gewährleistet werden soll.
- Organisation und Personal: Wer vor hat, Personal für die Umsetzung seiner Geschäftsidee einzustellen, muss an dieser Stelle kurz beschreiben, wie das Geschäft zukünftig organisiert werden soll und wie hoch der geplante Personaleinsatz ist.
- Chancen und Risiken: Hier soll der Existenzgründer die Chancen und Risiken seiner Geschäftsidee erläutern und bewerten.
- Finanzplanung: Die Finanzplanung enthält eine detaillierte Darstellung und Erläuterung der zu erwartenden Einnahmen bzw. Erlöse und Ausgaben, eine Umsatzprognose sowie ein Liquiditätsplan für die kommenden drei Jahre. Ebenfalls in die Finanzplanung gehören eine Aufstellung des Finanzbedarfs und dessen Erläuterungen.
- Anlagen: In die Anlagen gehören Kopien aller relevanten Unterlagen, Nachweise und Verträge sowie Zins- und Tilgungspläne, der Lebenslauf des Existenzgründers und ggf. weitere Nachweise wie Eintragungen in das Handelsregister oder in die Handwerksrolle usw.
Der Umfang des Businessplans variiert je nach Geschäftsidee. Als Richtwert sollte der Teil bis zur Darstellung und Abwägung der Chancen und Risiken ungefähr 10 bis 15 Seiten umfassen. Die Darstellung und Erläuterung der Finanzplanung sollte nach Möglichkeit nicht mehr als 20 Seiten umfassen.
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