Prüfung und Sicherheiten bei Mikrokrediten

7. November 2011 von JK

Mikrokredite werden von akkreditierten Mikrofinanzinstituten vergeben. In der Regel handelt es sich dabei nicht um Banken, sondern spezielle Beratungseinrichtungen, die Existenzgründer und Selbstständige auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleiten. Die Mikrofinanzinstitute funktionieren vereinfacht gesprochen als Vermittler zwischen dem Mikrokreditfonds Deutschland und dem Kreditnehmer. Bei der Vergabepraxis gibt es große Unterschiede was die Kreditprüfung und mögliche Sicherheiten angeht.

Unterschiedliche Modelle und Methoden

Die Mikrofinanzinstitute (MFI) stehen in einem durchaus gewollten Wettbewerb um neue Kreditvergabemodelle und –methoden. Die meisten MFI setzen auf Bürgschaften von Familienangehörigen, Verwandten oder Bekannten der Kreditnehmer. Sie sollen einen Teil der vergebenen Mikrokredite absichern und diesen Teil notfalls an Stelle des Kreditnehmers zurückzahlen. Andererseits setzt dieses Modell aber auch darauf, dass die (familiären) Bürgen einen gewissen Druck auf die Kreditnehmer ausüben, um ihre monatlichen Rückzahlungen zu leisten. Dieses Modell hat sich daher als besonders erfolgreich und vielversprechend erwiesen.

Ein anderes Modell ist auf das vom Kreditgeber aufgebaute Vermögen gerichtet. Allerdings sind nicht alle Sicherheit für diesen Zweck verwendbar, so etwa Lebensversicherungen, die sonst sehr gute Sicherheiten im Bankengewerbe darstellten. Autos, Wertsachen oder Immobilien sind als Sicherungsübereignung möglich, allerdings werden sie von vielen MFI eher als symbolische Sicherheiten betrachtet.

Um einiges Interessanter für die MFI sind die zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben des Mikrokreditnehmers. In der Regel überprüfen die MFI die Business-Pläne der Kreditnehmer auf diese Kennzahlen ganz besonders. Dabei wird geschaut, mit wie viel Einnahmen zu rechnen sind, wie die Einnahmensituation aktuell ist (z.B. durch laufende Aufträge, Existenzgründerzuschuss etc.), wie viel Geld nach Abzug der Lebenshaltungskosten übrig bleibt, ob es Unterhaltszahlungen gibt und wie Steuersätze und Beiträge für Versicherungen aussehen. Nach Abzug aller Ausgaben wird geschaut, was noch übrig bleibt und ob man damit einen Kredit zurück zahlen kann bzw. ob es bereits zu bedienende Kredite gibt.

Eine nicht unwesentliche Rolle spielt auch der Gesamteindruck des Business-Plans und des Kreditnehmers. Dabei spielt auch das Auftreten eine Rolle und ob das MFI dieser Person die Umsetzung ihrer Pläne überhaupt zutraut. Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit sind eine Grundvoraussetzung für die Vergabe von Mikrokrediten.

Kreditvergangenheit

Natürlich werfen die MFI wie jedes Kreditinstitut einen Blick in die Vergangenheit. Dabei interessiert sie vor allem, ob Rechnung und Verbindlichkeiten rechtzeitig bezahlt bzw. bedient werden konnten. Viele MFI holen sich auch eine Kreditauskunft der Schufa oder eine Wirtschaftsauskunftei ein. Es kann auch Vorkommen, dass nach einer Bankauskunft gefragt wird, um zu schauen, ob der vereinbarte Dispokredit überzogen wurde oder Lastschriften mangels Liquidität geplatzt sind. Manch ein MFI lässt sich auch die Kontoauszüge vorlegen, um die Liquidität des Mikrokreditnehmers zu überprüfen.

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