Mikrokreditfonds Deutschland

7. Oktober 2011 von JK

Mikrokredite sind in Deutschland ein voller Erfolg. Ursprünglich ein Instrument der Entwicklungshilfe, kehrte es Anfang der 90er Jahre in die Industriestaaten zurück. Seit 2006 gibt es den Mikrokreditfonds Deutschland; seit 2009 in der derzeitigen Ausgestaltung.

Erfolgsstory

Über Mikrokredite und deren Vorteile für Existenzgründer und Selbstständige haben wir schon öfters berichtet. Der Mikrokreditfonds Deutschland hat ein Gesamtvolumen von 100 Millionen Euro, wobei 60 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) stammen. Richtig erfolgreich ist der 2009 in seiner derzeitigen Ausgestaltung auferlegte Mikrokreditfonds Deutschland seit 2010. Während in 2009 ca. 1.500 Mikrokredite vergeben wurden, konnten 2010 schon 1.750 vergeben werden. Bis zum Ende diesen Jahres rechnet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) mit bis zu 2.500 vergebenen Mikrokrediten. Das sind aktuell rund 300 Mikrokredite, die jeden Monat in Deutschland an Existenzgründer und Selbstständige vergeben werden.

Vergabe

Der Mikrokreditfonds Deutschland vergibt die Mikrokredite nicht direkt an die Kreditnehmer. Mit der Vergabe wurde die GLS Bank betraut, die sich selbst wiederum sogenannter akkreditierter Mikrofinanzinstitute (MFI) bedient, da die Bank keinen direkten Kundenkontakt zu den Nehmern unterhält. Derzeit arbeitet die GLS Bank mit über 40 MFI zusammen, seit 2009 erstmals auch mit einer Bank aus Hessen, da die MFI sonst keine Banken sind. Die Akkreditierung als MFI erfolgt über das 2006 von der GLS Bank ins Leben gerufene Deutsche Mikrofinanz Institut (DMI), dem deutschen Verband der Mikrofinanzierer.

Die weitere Vergabe der Mikrokredite erfolgt über die MFI. Sie wählen die Kreditnehmer aus und empfehlen der GLS Bank die Kreditvergabe. Als primärer Vertragspartner des Kreditnehmers zahlt die Bank den Kredit aus und erhält dafür Zinsen und Tilgungen. Das MFI bleibt für die gesamte Laufzeit des Mikrokredits Betreuer des Unternehmens. Es soll bei Störungen, wie verzögerten oder ausbleibenden Zahlungen, intervenieren und das möglichst noch bevor eine Rate platzt. Dafür haben einige MFI ein Monitoringsystem entwickelt, um Ausfälle möglichst zu vermeiden.

Die MFI haften nämlich für einzelne Kreditausfälle in voller Höhe. Dafür müssen sie bei der GLS Bank eine Barsicherheit hinterlegen oder eine Bürgschaft in Höhe von 18 Prozent der Summe aller noch ausstehenden Kredite. Als Ausgleich dafür erhält das MFI für jeden vergebenen Kredit ein sogenanntes Stückentgelt und eine Erfolgsgratifikation von 10 Prozent der gesamten Tilgungen.

Daher kann es vorkommen, dass das MFI bei Mikrokrediten mit besonders kurzer Laufzeit mehr erhält, als der Kreditnehmer Zinsen zahlt. Aus Sicht des Staates ist es dennoch ein gutes Geschäft, denn während bei der Vergabe von Zuschüssen wie dem Gründungszuschuss kein Geld zurückfließt und damit im Zusammenhang stehende zusätzliche Abwicklungskosten entstehen, werden bei Mikrokrediten die vollständige Rückzahlung durch die MFI garantiert. Die Ausgaben für die Abwicklungskosten werden durch die gezahlten Zinsen der Kreditnehmer zum großen Teil refinanziert.

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Eine Reaktion

  1. Lisa Standel

    Hallo Zusammen,

    schöner Artikel!
    Auch uns begegnet in unseren Gründungsberatungen immer öfter die Frage nach den Mikrokrediten - womit wir bisher nur sehr gute Erfahrungen gemacht haben.

    Kleine Ergänzung: Unter http://www.gruendungsberatung-online.de/gruenderwissen/finanzierung-2/ haben wir eine Vielzahl an Finanzierungsmöglichkeiten zusammengestellt. Einfach durchklicken - vielleicht ist die ein oder andere gute Alternative dabei…;-)

    Viel Erfolg und beste Grüße

    Lisa Standel

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