Achtung bei Privatkrediten

3. Oktober 2011 von JK

Die Werbung ist verlockend: Ein privater Ratenkredit zu wirklich günstigen Zinsen. Da könnte mancher Existenzgründer und Selbstständiger versucht sein, der Verlockung einiger spezialisierter Ratenzahlungs- oder Konsumentenbanken nachzugeben und mit einem Privatkredit bestehende Finanzierungslücken zu schließen.

Vorsicht beim Privatkredit

Die Verlockungen der Ratenzahlungs- und Konsumentenbanken sind groß. Vor allem dann, wenn man schon bei der Hausbank wegen eines Dispokredits zu halbwegs akzeptablen Konditionen kämpfen muss. Schnell könnte der Gedanke bei Existenzgründern und Selbstständigen aufkommen, eine Finanzierungslücke mit einem Privatkredit zu schließen. Gegenüber der Bank geben nicht wenige dann an, dass es sich bei der Anschaffung um ein Auto oder eine Einbauküche oder ähnliches handelt.

Doch hierbei ist Vorsicht angesagt:

  • Günstige Kredite gibt es nur in der Werbung. Die meisten solcher Kredite stehen nur Angestellten mit einem festen Einkommen offen. Der tatsächliche Zins für einen solchen Kredit liegt weiter über dem, was die Werbung suggeriert.
  • Wer falsche Angaben zur Erreichung des Kredites macht, handelt vertragswidrig. Wer also einen Privatkredit erhält und dafür aber geschäftliche Anschaffungen vornimmt, handelt vertragswidrig. Erfährt die Bank davon, hat sie das Recht den Darlehensvertrag zu kündigen. Der Kreditbetrag wird dann sofort fällig und muss der Bank komplett zurückgezahlt werden.
  • Kreditzinsen lassen sich nicht von der Steuer absetzen. Im Gegensatz zu einem Firmenkredit können Kreditzinsen nicht steuerlich geltend gemacht werden. Sie müssen zu 100 Prozent aus dem zu versteuernden Einkommen beglichen werden.

Fazit

Für Existenzgründer und Selbstständige sind Privatkredite zur Schließung von Finanzierungslücken keine Alternative. Wer kein Darlehen von seiner Bank erhält, sollte es vielleicht mal mit einer Bürgschaften einer Bürgschaftsbank probieren. Auch Mikrokredite bieten sich an, um einen Finanzierungsbedarf bis 10.000 Euro (bei erstmaliger Beantragung) bzw. bis 20.000 Euro (bei erfolgreicher Rückzahlung eines vorgehenden Mikrokredits). Durch Bürgschaften und Mikrokredite lässt sich im Laufe der Zeit eine positive Kredithistorie aufbauen, die sich positiv auf zukünftige Bankdarlehen auswirkt.

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2 Reaktionen

  1. Tim

    Da würde ich auch die Augen offen halten und nur einen Kredit aufnehmen, wenn es ein sehr vertrauenswürdiges Unternehmen ist. Da kann man sich ja auch leicht im Internet informieren. Es gibt inzwischen viele Vergleichportle und Bewertungen von Kunden.

  2. Timo

    Man hört ja immer wieder im Fernsehen von solchen dubiosen Angeboten, wo die Zinsen auf den ersten Blick sehr günstig aussehen, man dann aber im Kleingedruckten die wahren Konditionen findet und ein böses Erwachen hat. Daher finde ich die Beschreibung hier sehr hilfreich.

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