Selbstständig machen – Finanzierung
Wer träumt nicht davon, sich mit einem eigenen Unternehmen selbstständig zu machen und sein eigener Herr zu sein. Doch der Weg zur eigenen Firma kann schwer und holprig sein, vor allem wenn man keine Ahnung vom Existenzgründen hat. In diesem Beitrag geht es dieses mal um mögliche Finanzierungsarten.
Finanzierung
Ohne eine solide Finanzierung funktioniert die beste Idee nicht. Eine Existenzgründung verursacht grundsätzlich Kosten, auch wenn die eine oder andere Geschäftsidee auch ohne Investoren umgesetzt werden kann – der Gründer muss im Zweifel ja auch von irgendetwas leben, bevor er mit seiner Idee richtig Geld verdient.
Deutschland unterhält im europäischen Vergleich ein sehr gut entwickeltes staatliches System zur Finanzierung einer Selbstständigkeit, wenngleich auch die Zahl der Selbstständigen gemessen an der erwerbstätigen Bevölkerung gegenüber anderen Länder relativ gering ist.
Staatliche Förderung: In Deutschland können Gründer auf eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten des Bundes, der Länder und der Europäischen Union zurückgreifen. Die Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zählen bei der Umsetzung staatlicher Förderprogramme zu den wichtigsten. Hierzu gehört unter anderem das Startergeld für Existenzgründer, Unternehmerkapital oder Unternehmerkredite für bereits etablierte Unternehmen am Markt. Aber auch die Bürgschafts- und Betriebsmittelprogramme der Bürgschaftsbanken, wie etwa der Bürgschaftsbank Hessen (BBH), gehören zu den staatlich geförderten Programmen für Existenzgründer, Selbstständige und Unternehmer.
Banken: Sie sind in Deutschland grundsätzlich der erste Ansprechpartner eines jeden Gründers, wenn es um die Finanzierung der Selbstständigkeit geht. Bei der Kreditvergabe durch die Banken handelt es sich um sogenanntes Fremdkapital, dass mit Zinsen wieder zurückgezahlt werden muss. In der Regel ist an den Hausbankkredit die Eröffnung eines Geschäftskontos gebunden, doch diese sind oftmals sehr teuer. Gesetzlich ist dieses Vorgehen nicht vorgeschrieben, denn ein einfaches Girokonto recht grundsätzlich aus. Daher lohnt sich ein Vergleich für Existenzgründer und Selbstständige. Auch eine Bürgschaft einer Bürgschaftsbank wird bei einer Kreditvergabe sehr gern gesehen. Mit der „Bürgschaft ohne Bank“ bietet die BBH ein besonderes Programm an, dass sich vor allem an Selbstständige richtet, die noch über keine Hausbank verfügen aber trotzdem in den Genuss einer Bürgschaft als Sicherheit für einen Bankkredit kommen wollen.
Leasing: Ist in den letzten Jahren zu einem durchaus interessanten Modell für Gründer geworden. Gerade wenn man investieren will, jedoch über kein Eigenkapital verfügt und kein Fremdkapital mittels eines Kredits aufnehmen will, bietet sich Leasing an (z.B. Maschinen, Fahrzeuge, Werkzeuge etc.). Viele Hersteller bieten attraktive Leasingangebote an oder vermitteln ein kooperierendes Finanzinstitut für das Leasing. Leasing funktioniert ähnlich wie ein Mietvertrag. Der Vorteil aber gegenüber der Miete ist, dass man den Betrag nicht auf einmal bezahlen muss sondern in kleinen Raten. Der Nachteil beim Leasing ist, dass sollte die Selbstständigkeit nicht funktionieren, das geleaste Gut nicht in die Insolvenzmasse eingeht und nicht einfach verkauft werden kann.
Venture-Capital-Gesellschaften: Vergeben Kapital an Gründer und Selbstständige ohne dafür eine Sicherheit zu verlangen. Dafür erwerben sie aber ein Teil des Unternehmens (Beteiligung). Die meisten Venture-Capital-Gesellschaften erwarten jedoch eine erhebliche Wertsteigerung des Unternehmens, um das eingesetzte Kapital gewinnbringend zurück zu bekommen. Daher werden solche Gesellschaften bevorzugt dort investieren, wo sie in naher Zukunft hohe Wachstumsraten erwarten oder neue Märkte erschlossen werden können. Der größte Vorteil einer solchen Beteiligungsgesellschaft ist, dass sie in das Unternehmen ein nicht unbeträchtliches Know-how an betriebswirtschaftlichen Kenntnissen einbringen und das sie – was noch viel wichtiger ist – wichtige Kontakte zu anderen Unternehmen, Branchen oder Investoren herstellen können. Die BBH bietet ein spezielles Kombiprogramm aus Bürgschaft und Beiteiligung an.
Private Investoren: Suchen sich viele Gründer vor allem im nahen und privaten Umfeld. Eine Beteiligung eines privaten Investors ist in der Regel günstiger als ein Kredit der Hausbank, da es sich hierbei oftmals um kleinere Summen handelt. Wer sich einen Investor aus der eigenen Familie sucht, sollte jedoch gewarnt sein, denn hier wird das Finanzamt sowohl beim Gründer als auch beim Investor genau hinschauen.
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