Starthilfe bei der Existenzgründung
Existenzgründer sollten zunächst mit der Hausbank über die Anschubfinanzierung sprechen und sich über Fördermittel informieren. Aber nicht bei jeder Bank gehört die Gründungsfinanzierung zum Tagesgeschäft. Auch eine Bürgschaft über eine der 18 Bürgschaftsbanken in Deutschland sollten Existenzgründer zu Beginn ihrer Selbstständigkeit nachdenken.
Gründerfinanzierung
Viele Existenzgründer werden am Anfang die Erfahrung machen, dass das Interesse der Banken an einer Anschubfinanzierung eher gering ausfällt. Die Enttäuschung der Gründer ist hoch, weil sie von ihrer Hausbank entsprechende Hilfen erwarten. Dabei ist das mangelnde Interesse der Banken keine Böswilligkeit sondern Ausdruck ihrer Risikovorsorge. Für viele Banken stellte die Finanzierung von Gründungsvorhaben ein hohes Risiko dar, da der Erfolg von Gründung oft nicht vorhersehbar ist. Hinzu kommt, dass den meisten Existenzgründern entsprechende Sicherheiten fehlen, um ein Darlehen für den Fall des Ausfalls absichern zu können.
Ein weiteres Manko bei Existenzgründern ist, dass am Anfang gar nicht klar ist, welche Finanzierung die Gründer brauchen. Grundsätzlich gibt es drei mögliche Varianten: Der klassische Kredit der Hausbank, ein Förderdarlehen sowie Zuschüsse durch Bund, Land und andere Institutionen der Gründerfinanzierung sowie der EU. Bei geförderten Krediten verdienen die Banken kaum, da solche Kredite über die Staatsbank KfW nur an den Gründer weitergereicht werden. Für die meisten Banken stellen solche Förderdarlehen mehr Aufwand als Nutzen dar.
Geschäftsidee und Businessplan
Um die Unterstützung der Banken zu erhalten, müssen Existenzgründer besonders überzeugend sein: Zum einen durch ihre eigene Persönlichkeit und zum anderen durch ein realistisches Konzept, verpackt in einen überzeugenden Businessplan. Der Businessplan wird von allen potentiellen Kreditgebern genau unter die Lupe genommen. Daher ist es nicht unüblich, dass viele Banken noch vor dem ersten Beratungsgespräch den Plan zur Begutachtung anfordern. Je realistischer das Konzept ist, desto höher steigen die Chancen auf grünes Licht der Bank. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Bonität des Gründers. Wer bereits ein langes Schufaregister mit wohlmöglich auch negativen Einträgen hat, für den sinken die Chancen auf eine mögliche Anschubfinanzierung durch die Hausbank.
Das Bankgespräch sollte entsprechend vorbereit werden. Je besser die Vorbereitung ist, desto besser sind seine Chancen. Wer seine Idee klar und überzeugend vortragen kann und sich über die verschiedene Möglichkeit der Förderung und deren Bedingungen informiert hat, kann den Bankberater am ehesten von sich und seiner Idee überzeugen.
Bürgschaften und Sicherheiten
Wer nicht über ausreichend Sicherheiten verfügt, kann sich bei einer der deutschen Bürgschaftsbanken die nötigen Sicherheiten besorgen. Gerade junge Existenzgründer haben in der Regel nur ein geringes Vermögen und können den Banken keine weiteren Sicherheiten anbieten. Die Bürgschaftsbanken – wie die Bürgschaftsbank Hessen – übernehmen 80 Prozent des Ausfallrisikos eines Kredits. Die Kosten für den Existenzgründer sind gering: Man muss für die Sicherheit lediglich ein Prozent des Kreditbetrags leisten.
Wer keine Hausbank hat, für den bietet die Bürgschaftsbank Hessen auch ein ganz spezielles Programm an: Bürgschaft ohne Bank. Vor allem für junge Existenzgründer ist dies von besonderen Interesse. Die Bürgschaftsbank Hessen prüft den Businessplan ohne vorher eine Bank einzuschalten. Dafür gibt es besondere Spezialisten bei der Bürgschaftsbank, die sich mit den Geschäftsideen und –plänen der Gründer auseinandersetzen. Fällt ihr Urteil positiv aus, können Gründer im besten Fall schon mit einer Sicherheit der Bürgschaftsbank Hessen zu einer Bank ihrer Wahl gehen und eine Anschubfinanzierung beantragen. Erhalten die Gründer eine Absage, dann gehört dazu auch ein qualifiziertes Feedback, in dem die Existenzgründer erfahren, an welchen Punkten sie in ihrem Businessplan noch arbeiten müssen.
Förderprogramme
Für Existenzgründer gibt es eine Vielzahl von Förderprogrammen. Nicht jedes Förderprogramm führt dabei unweigerlich über eine Bank. Die Banken helfen nur dann, wenn der Gründer wirklich einen Kredit benötigt. Deshalb sollten sich Existenzgründer über verschiedene Fördermöglichkeiten informieren und dadurch unnötige Frusterlebnisse bei der Hausbank vermeiden. In Deutschland gibt es derzeit ungefähr 1.000 Förderrichtlinien und annähernd 3.000 Programme mit immer neuen Antragsterminen, Fristen für Ausschreibungen und Veränderungen. Um nicht den Überblick zu verlieren, können sich Existenzgründer an ansprechende Subventionslotsen oder Berater für Existenzgründungen wenden. Eine andere Möglichkeit ist die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Hier erhalten Existenzgründer einen Überblick über alle möglichen Förderprogramme einschließlich der Programme der EU.
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