5 Tipps zum Businessplan
In Deutschland gibt es über 900 lokale, regionale und bundesweite Förderprogramme- und –möglichkeiten. Um in den Genuss der Fördermöglichkeiten zu kommen und das benötigte Startkapital zu erhalten, fordern die meisten Träger eine schriftliche Ausarbeitung der Geschäftsidee. Ein Businessplan ist damit zwar noch kein Erfolgsgarant für eine Existenzgründung oder für die Erteilung eines Kredites. Aber er erhöht die Chancen ungemein und ist für die Kapitalbeschaffung sogar zwingend notwendig. Hier gibt es wertvolle Tipps zum Businessplan.
Der Businessplan bildet das Fundament für die Kommunikation mit den Banken und Bürgschaftsbanken, der Agentur für Arbeit, der öffentlichen Hand, Verbänden, Förderinstituten, Risikokapitalgebern, Beratern, Kooperationspartnern etc. Doch der Nutzen eines Businessplans geht weit über die Beschaffung von Kapital und Fördermöglichkeiten hinaus. Der Businessplan zeigt, dass der Existenzgründer sich bereits mit der Komplexität einer Unternehmensgründung befasst hat, mit ihr umgehen kann und die Idee auch ernsthaft verfolgt.
1. Den Businessplan als Chance zu begreifen begreifen
Der Businessplan ist der Ausgangspunkt für das eigene Controlling. Abweichungen bedürfen einer genauen Analyse und einer eventuellen Anpassung des Planes. Schieflagen können rechtzeitig erkannt und mit geeigneten Gegenmaßnahmen korrigiert werden. Außerdem bietet der Geschäftsplan einen Gesamtüberblick und erhöht die Erfolgsaussichten. Ein vorher ausgearbeiteter Plan macht die Umsetzung der Geschäftsidee viel einfacher und trägt maßgeblich zu einer erfolgreichen Existenzgründung bei. Der Businessplan hilft im vorhinein Risiken besser abzuschätzen und Abhängigkeiten aufzuzeigen. Risiken lassen sich zwar nicht vermeiden, aber durch eine gute Planung und das geschärfte Risikobewusstsein können ernsthafte Gefahren erkannt, gemildert oder ganz ausgeschlossen werden. Aussagen zur Zielgruppe haben Auswirkungen auf die Marketingplanung, denn ein wesentlicher Bestandteil ist die Kommunikationsplanung, die sich in konkreten Zahlen in der Finanzplanung wiederfinden lässt.
Ein Businessplan ist also ein Werkzeug, mit dem der Existenzgründer die eigenen Ziele und Strategien seines Vorhabens selbst formulieren kann und soll - nicht nur ein Dokument, das lästige Berater unbedingt haben wollen. Ein selbstverfasster Businessplan zwingt den Existenzgründer dazu, sich mit der Geschäftsidee, der praktischen Umsetzung, betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und der Finanzierung intensiv auseinander zu setzen und bereits erste konkrete Entscheidungen zu treffen.
2. Relevante Informationen sammeln
Um aber Entscheidungen treffen zu können, muss sich der Existenzgründer vor oder während der Entstehung des Businessplans intensiv mit Informationen versorgen. In dieser Phase kann der Existenzgründer eigene Defizite, Probleme und Wissenslücken erkennen und durch gezielte Informationen schließen. Nur so kann er fundierte Aussagen über die zukünftige Existenzgründung treffen.
3. Businessplan dynamisch fortschreiben
Der Businessplan ist nicht als starres Instrument zu begreifen, sondern er entwickelt sich im Verlauf der Gründung und des Unternehmensverlaufs weiter. Deswegen ist ein Businessplan nicht nur etwas für Existenzgründer, sondern bietet Grundlage für viele geschäftliche Gelegenheiten und unternehmerische Entwicklungen.
4. Bestandteile eines Businessplans
Eine starre Festlegung, welche Bestandteile ein Businessplan haben muss, gibt es nicht. Dennoch hat sich in der Praxis eine grobe Struktur entwickelt, die ein guter Businessplan einhalten sollte. Reihenfolge und Gliederung können unterschiedlich gestaltet werden, aber der relevante Inhalt eines Geschäftsplans ist fast überall gleich.
- Executive Summary: Eine kurze und prägnant formulierte Zusammenfassung der wichtigsten Punkte des Gründungsvorhabens.
- Unternehmens-/Produktidee: Das Vorhaben kurz vorgestellt. Dazu gehört auch der zukünftige Kundennutzen der Gründungsidee, vor allem im Vergleich zu Marktkonkurrenten.
- Gründungsperson: An dieser Stelle stellen sich Gründungsperson bzw. Personen und deren Qualifikationen vor, die für die Existenzgründung oder das Vorhaben wichtig sind.
- Markt- und Wettbewerbssituation: Mit Hilfe von Markt- und Branchendaten zeigt der Verfasser, dass er sich intensiv mit den zukünftigen Konkurrenten und den Kunden auseinander gesetzt hat.
- Vertrieb/Marketing: In diesem Abschnitt legt der Existenzgründer eine Marketingstrategie zu Kundengewinnung fest. Außerdem sollte er hier ausführlich zu konkreten Werbe- und Vertriebsüberlegungen Stellung genommen werden.
- Unternehmensform: An dieser Stelle werden grundlegende Entscheidungen zur Gesellschaftersituation, der gewählten Rechtsform und zu weiteren wichtigen formalen Punkten getroffen.
- Finanzplanung: In diesem Kapital muss der Existenzgründer seine Finanzplanung darlegen. Dabei wird unter anderem eine voraussichtliche Gewinn- und Verlustrechnung, die Liquiditätsplanung und der Kapitalbedarf für die ersten drer bis fünf Jahre nach der Gründung aufgestellt.
- Risikobewertung: Der Existenzgründer muss an dieser Stelle mögliche Risiken und Gefahren aufzeigen. Mit Hilfe von Best-Case und Worst-Case Szenarien stellt der Verfasser alternative Entwicklungen der Geschäftsidee dar.
5. Umfang eines Businessplans
Wie umfangreich ein Businessplan sein sollte, kann man nicht allgemein sagen. Es ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Handelt es sich beispielsweise um ein keineres Vorhaben mit lokalem Bezug, reichen oftmals schon zwischen fünf und zehn DIN A4-Seiten aus. Pläne für eine Gründung mit regionalem Bezug werden ungefähr mit zehn bis 20 DIN A4-Seiten veranschlagt. Sollte das Vorhaben national oder international ausgerichtet sein und müssen ein oder mehrere größere Investoren gewonnen werden, sollte der Umfang zwischen 20 und 40 DIN A4-Seiten betragen. Allerdings sind dies nur ungefähre Richtwerte. Daher liegt der Umfang des optimalen Businessplans letztlich im Ermessen des Existenzgründers. Im Rahmen des Münchner Businessplan-Wettbewerbs entstand ein nützliches Handbuch zum Thema.